in

Internationaler Tag der Muttersprache

Heute ist der Internationale Tag der Muttersprache – ein schöner Anlass, um einen Blick auf Kiswahili, die offizielle Sprache Tansanias, zu werfen.

Wer schon einmal nach „Danke auf Tansania“ gesucht hat, wollte vermutlich wissen, wie man sich dort bedankt. Doch bevor wir zum eigentlichen Wort kommen, lohnt es sich, die Sprache dahinter ein wenig zu verstehen. Denn in Tansania ist Sprache weit mehr als nur Übersetzung – sie ist Identität, Verbindung und gelebte Kultur.

In Tansania wird Swahili, oder genauer Kiswahili, als National- und Verkehrssprache gesprochen. Man hört sie auf der Straße, im Bus, auf dem Markt und im Alltag zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Obwohl es in Tansania über 120 ethnische Gruppen mit eigenen Sprachen gibt, verbindet Kiswahili sie alle.

Kiswahili ist nicht „über Nacht“ entstanden. Die Sprache entwickelte sich über Jahrhunderte entlang der ostafrikanischen Küste. Ihre Grundlage bilden afrikanische Bantusprachen. Durch Handel und Begegnungen mit Menschen aus Arabien, Persien und später Europa kamen neue Wörter und Einflüsse hinzu. Deshalb wirkt Kiswahili tief afrikanisch und gleichzeitig in manchen Begriffen erstaunlich vertraut.

Heute wird Kiswahili nicht nur in Tansania gesprochen, sondern auch in Kenia, Uganda, der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda, Burundi und weiteren Ländern Ost- und Zentralafrikas. Über 100 Millionen Menschen nutzen die Sprache – sie gehört damit zu den meistgesprochenen Sprachen Afrikas.

Wer beginnt, Kiswahili zu lernen, merkt schnell: Höflichkeit und Begrüßungen spielen eine zentrale Rolle. Gespräche starten oft mit echtem Interesse am Gegenüber. Direkt „zur Sache zu kommen“ kann in vielen Situationen als unhöflich oder distanziert wahrgenommen werden.

Ein bekanntes Sprichwort bringt diese Haltung auf den Punkt:

„Haraka haraka haina baraka.“
Eile hat keinen Segen.

Und damit sind wir wieder beim Thema Dankbarkeit.

Im swahilisprachigen Kulturraum ist „Danke“ nicht nur eine Floskel, sondern Ausdruck von Respekt und Verbundenheit. Ein weiteres Sprichwort sagt:

„Asante haigharimu kitu.“
Danke zu sagen kostet nichts.

Und wie sagt man nun konkret „Danke“ in Tansania?

Ganz einfach: Asante.

Ein kleines Wort – mit großer Wirkung.


Gerade in unserer Arbeit, in der es um Partnerschaft, Begegnung und gegenseitiges Lernen geht, ist Sprache mehr als ein Werkzeug. Sie ist ein Zeichen von Respekt. Schon ein einfaches „Asante“ kann Brücken bauen. Vielleicht ist der Internationale Tag der Muttersprache eine gute Gelegenheit, uns bewusst zu machen, wie wertvoll sprachliche Vielfalt ist – und wie viel Verbindung in einem einzigen Wort liegen kann.